Erweiterte Attribute und Partizipialkonstruktionen — produktiv inkl. Verschachtelung

C1 · ~17 Minuten

Erweiterte Attribute sind ein charakteristisches Merkmal akademischer, journalistischer und rechtlicher Texte im Deutschen. Sie entstehen, wenn ein Partizip (I oder II) mit eigenen Ergänzungen und Angaben als Attribut vor einem Substantiv steht, das gesamte Attribut aber — anders als im Englischen — dem Nomen vorangestellt wird. Das Partizip I (Präsens) drückt eine gleichzeitige, aktive Handlung aus: 'die seit Jahren intensiv diskutierte Frage'. Das Partizip II drückt eine abgeschlossene oder passive Handlung aus: 'die von der Kommission im März verabschiedete Resolution'. Auf C1-Niveau kommt Verschachtelung hinzu: 'die von der für Bildungsfragen zuständigen Abteilung des Ministeriums erstellte Studie'. Diese Konstruktionen erscheinen produktiv im Schreiben und Sprechen und sind für die Lese- und Hörkompetenz unbedingt nötig. Typischer Lernerfehler: das erweiterte Attribut wird als Relativsatz stehen gelassen ('die Studie, die erstellt wurde'), was stilistisch schwächer ist.

  • Die von führenden Klimaforschern seit Jahrzehnten prognostizierten Szenarien treten nun ein.
  • Ein noch zu klärender Widerspruch zwischen den Modellprognosen und den Messdaten bleibt bestehen.
  • Der von der Bundesregierung vorgelegte, jedoch parlamentarisch noch nicht abgestimmte Gesetzentwurf wird kontrovers diskutiert.
  • Die von mehreren unabhängigen Experten geforderte Überprüfung des Verfahrens steht noch aus.
  • Das von der zuständigen Regulierungsbehörde nach langer Prüfung genehmigte Projekt kann nun beginnen.
  • Eine in der Fachliteratur bislang kaum beachtete Studie stellt diese Annahmen grundlegend infrage.
  • Die durch neue Messmethoden gewonnenen, bisher unveröffentlichten Daten belegen die Hypothese.
  • Das auf mehrere Jahre angelegte, mit erheblichen öffentlichen Mitteln geförderte Forschungsprogramm wird evaluiert.

Aufgabe 1 von 7

Ersetzen Sie den Relativsatz durch ein erweitertes Attribut: 'Die Maßnahmen, die von der Regierung beschlossen wurden, treten am 1. Januar in Kraft.'

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